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SMarTrTalk, ein Messenger, der niemanden kennt

Lesezeit: vier MinutenBetrieb und Kosten

SMarTrTalk ist ein Android-Messenger, in dem Kontakte ausschließlich dadurch entstehen, dass zwei Menschen ihre Telefone zusammenhalten. Keine Telefonnummer, kein Adressbuch, keine Suche nach Menschen, kein Standort. Die erste Beta ist da.

Die Sache in einem Absatz

Jeder Messenger, den du kennst, will zuerst wissen, wer du bist. Eine Telefonnummer, eine Mailadresse, am liebsten gleich dein ganzes Adressbuch. Aus diesen Daten entsteht das, was dich am Ende verwundbar macht: eine Karte deiner Beziehungen, die jemand anderem gehört. SMarTrTalk geht den umgekehrten Weg. Es fragt nichts. Es kennt dich nicht, und es kennt deine Kontakte nicht. Wer sich schreiben will, hält einmal die Telefone zusammen und scannt den Code des anderen direkt vom Bildschirm.

Warum der Scan

Weil Anwesenheit sich nicht fälschen lässt. Der Code auf dem Bildschirm erneuert sich jede Minute und trägt eine frische Zufallszahl. Ein Foto davon ist nach kurzer Zeit wertlos, ein Ausdruck sowieso. Es gibt keinen Link zum Weiterschicken und keinen Import aus der Galerie. Der Regelweg hinein führt darüber, dass zwei Menschen im selben Raum stehen.

Weil dann niemand dazwischen passt. Beim Scan macht deine Kamera ein Bild und legt es verschlüsselt ab, versiegelt mit einem Schlüssel, der das Telefon nie verlässt. Dieses Bild ist der Kontakteintrag. Später kommt jeder Schlüssel, mit dem geprüft wird, aus deinem eigenen Bestand, nie aus einer eingehenden Nachricht. Der Server kann darum niemanden unterschieben.

Weil der Server nichts wissen soll. Er sieht Postfach-Kennungen, Signaturen und verschlüsselte Pakete. Er weiß nicht, wer mit wem redet, wie die Gruppen heißen oder wer in ihnen ist. Gruppen leben vollständig auf den Geräten; jede Verwaltungsaktion reist einzeln signiert über die normalen Kanäle.

Was diese Beta kann

Schreiben, Ende zu Ende. Der Chat läuft über das Signal-Protokoll, also über dieselbe geprüfte Bibliothek, die auch Signal selbst verwendet. Wir bauen keine eigene Verschlüsselung, niemals. Der Sitzungsaufbau nutzt zusätzlich ein Kyber-Verfahren, damit auch jemand, der heute mitschneidet und in vielen Jahren einen Quantenrechner hat, nichts davon hat.

Einladen, ohne den Scan aufzuweichen. Du kannst jemandem aus deiner Liste eine Einladung schicken. Diese Person zeigt sie auf ihrem Bildschirm, und die dritte Person scannt sie live. Die Einladung gilt einmal und 72 Stunden. Auch hier steht am Ende ein Scan, nur eben nicht deiner.

Gruppen, die dem Server verborgen bleiben. Wer einladen darf, entscheidet ihr bei der Gründung. Ein berechtigtes Mitglied zeigt einen Gruppen-Code, das Gegenüber scannt ihn und ist drin. Auch dieser Code ist an genau den Bildschirm gebunden, der ihn gezeigt hat.

Schreiben in Gruppen nur, wenn beide wollen. Zwei Menschen, die sich nur aus einer Gruppe kennen, können einander nicht einfach anschreiben. Es gibt eine Anfrage ohne Freitextfeld, und erst wenn beide zugestimmt haben, entsteht ein Kontakt. Sagt jemand nein, erfährt die andere Seite nur, dass die Anfrage nicht mehr offen ist, und sieben Tage lang kommt keine neue durch. Ein Nein soll ein Nein bleiben dürfen, ohne Erklärung.

Und ein Weg für alle, die sich nicht treffen können. Es gibt genau eine Ausnahme von der Scan-Regel, und wir sagen offen, was sie kostet: die Einladungskarte. Du kannst sie verschicken oder ausdrucken, einmal gültig oder dauerhaft. Wer sie in die Hand bekommt, kann sie einlösen, auch wenn sie nicht für ihn gedacht war. Deshalb hat jede Karte eine Frist und eine Höchstzahl, deshalb fragt dich deine App vor jedem neuen Kontakt, und deshalb bleibt ein so entstandener Kontakt dauerhaft als solcher gekennzeichnet. Wer die Karte nicht braucht, merkt nichts von ihr.

Alles verschlossen auf dem Gerät. Die Datenbank ist mit AES-256 verschlüsselt, Dateien liegen in einem eigenen Tresor mit einem Schlüssel je Datei. Davor liegt eine PIN, deren Wartezeit sich bei jedem Fehlversuch verdoppelt, und die App sperrt sich selbst, sobald sie in den Hintergrund geht.

Was die App verlangt

Internet, Netzstatus, Kamera, Biometrie. Das ist die vollständige Liste. Kein Standort, keine Kontakte, kein Speicherzugriff, kein Telefonstatus. Wer das nachprüfen will, kann es nachprüfen: Der Quelltext ist offen.

Ehrlich gesagt

Das hier ist eine Beta, und wir nennen sie so, weil sie eine ist. Sie ist gebaut, automatisiert geprüft und signiert, aber sie ist noch auf keinem Telefon im Alltag gelaufen. Die offenen Punkte stehen in der Testmatrix im Quelltext, nachlesbar, ohne dass jemand nachfragen muss.

Es fehlt auch noch etwas. Gruppen-Chat gibt es noch nicht; die Verwaltung steht vollständig, die Nachrichten folgen. Anrufe und Dateien im Chat kommen später. Guthaben aufladen geht noch nicht, deshalb starten Beta-Installationen mit einem großzügigen Startguthaben, und Empfangen kostet grundsätzlich nichts.

Und der ehrlichste Satz zuletzt: Ein Messenger, der beim Einrichten verlangt, dass ihr euch trefft, ist unbequemer als einer, der einfach dein Adressbuch liest. Genau das ist der Punkt. Wer Bequemlichkeit sucht, ist woanders besser aufgehoben, und das sagen wir lieber vorher.

Ausprobieren

Die Beta kommt als Datei, nicht aus dem Play Store. Dein Telefon fragt beim ersten Mal nach, ob es aus dieser Quelle installieren darf, und das ist richtig so. Neben der Datei liegt eine Prüfsumme; wer sie nicht vergleicht, hat die Datei nicht geprüft. Beim ersten Start gibt es kein Konto und keine Anmeldung, die Identität entsteht auf dem Gerät.

Wo es die Datei gibt und was sich mit jeder Fassung ändert, steht in unserem Kanal t.me/smartragents. Sicherheitsbefunde bitte an [email protected] statt in ein öffentliches Ticket, damit wir sie erst schließen und dann darüber reden.


SMarTrTalk ist ein Projekt von smartragents.ai. Quelltext offen unter MIT.

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Neun KI-Agenten, ein Arbeitsbereich

Die Agenten schreiben Angebote, halten den Kalender und fassen das Postfach zusammen, und nichts geht raus, bevor du es freigibst.