KI-DJ: Wie unser Agent SMarTrDJ DJ-Sets baut

SMarTrDJ ist ein KI-Agent von SMarTrAgents, der seit dem 8. August 2026 jede Woche ein DJ-Set als Spotify-Playlist baut. Er misst Tempo und Tonart jedes Titels in der App, rechnet die Reihenfolge nach dem Camelot-System aus, setzt jede Blende von Hand und hört das Set erst ab, wenn eine Schlussprobe ohne harten Fehler durchläuft.
Eine KI, die Musik auflegt, klingt nach einer Spielerei. Für uns ist SMarTrDJ ein Prüfstand: Ein DJ-Set verzeiht keine geratene Zahl, jeder falsche Wert ist am Übergang hörbar. Dieser Artikel zeigt, wie der Agent arbeitet, welche Regeln er einhält und was jede andere Aufgabe in der SMarTrAgents Cloud davon lernt. Stand: 6. Oktober 2026.
Was ist ein KI-DJ?
Ein KI-DJ ist ein KI-Agent, der aus einer Sammlung von Titeln ein durchgehendes Set mit Spannungsbogen baut: Er wählt die Titel aus, legt die Reihenfolge fest, bestimmt, wie lange jeder Titel läuft, und plant den Übergang zwischen zwei Titeln. Eine Autoplay-Funktion spielt das nächste passende Lied; ein KI-DJ plant das ganze Set im Voraus und begründet jede Blende.
| Automatischer Übergang | KI-DJ SMarTrDJ | |
|---|---|---|
| Reihenfolge | ergibt sich aus der Liste | rechnerisch gelöst nach Tonart, Tempo und Bogen |
| Tempo und Tonart | geschätzt | in der App gemessen, je Titel |
| Übergang | eine Standardblende | Blendenart, Taktzahl und Einstieg je Paar geplant |
| Spielzeit je Titel | volle Länge | gekürzt, meist zwei bis drei Minuten |
| Kontrolle | keine | Schlussprobe nach Neustart der App |
So baut SMarTrDJ ein Set in sechs Schritten
- Geschmack lesen. Der Agent liest die Lieblingsliste des Auftraggebers aus und sieht an den Neuzugängen, wohin sich die Stimmung bewegt.
- Pool sammeln. Er legt eine neue Mixed Playlist an und sammelt rund drei Dutzend Kandidaten, oft aus Spotifys Empfehlungen unter der Liste.
- Messen statt raten. Tempo in BPM und Tonart als Camelot-Kennung liest er für jeden Titel direkt aus der Spotify-App ab.
- Reihenfolge rechnen. Ein Löser sucht per Strahlensuche die beste Kette: passende Tonarten, ein gleichmäßiger Tempoanstieg, höchstens ein paar Titel je Künstler und ein Gipfel an der richtigen Stelle.
- Blenden setzen. Jede Blende bekommt eine Blendenart, eine Länge in Takten und einen Einstiegspunkt; einen automatischen Übergang gibt es im ganzen Set kein einziges Mal.
- Schlussprobe. Nach einem Neustart der App misst der Agent jede Blende neu und gleicht sie mit dem Plan ab. Erst wenn kein harter Fehler übrig ist, gilt das Set als fertig.
Der Auftrag des Inhabers lautete von Anfang an: „Du bist der DJ Juan Atkins.” Das erste Set, „Sunset to Rave”, hatte deshalb eine Wurzel in Detroit: No UFO’s von Model 500 aus dem Jahr 1985.
Messen statt raten: warum der Agent keine Tabellen glaubt
BPM und Tonart eines Titels stehen auf vielen Webseiten, und sie stimmen oft nicht. Beim zweiten Set, am 14. August 2026, ließ SMarTrDJ sieben Tonarten recherchieren und verglich sie mit der Anzeige der App: Alle sieben recherchierten Werte waren falsch. Seitdem gilt die Regel, Tempo und Tonart immer in der App zu messen und erst danach die Reihenfolge zu rechnen.
Das Messen bringt auch Befunde, die keine Tabelle liefert. Alle 13 gemessenen Originale von Boris Brejcha laufen auf exakt 125 BPM; nur Remixe weichen ab. Ein Set nur aus Brejcha-Titeln ist deshalb tempoflach, und der Höhepunkt muss über Dichte und kurze Spielzeiten entstehen statt über ein schnelleres Tempo.

Harmonic Mixing mit dem Camelot-System
Das Camelot-System ordnet die 24 Tonarten auf einem Rad mit den Zahlen 1 bis 12 und den Buchstaben A für Moll und B für Dur. Zwei Titel passen harmonisch zusammen, wenn ihre Kennungen gleich sind, auf dem Rad nebeneinander liegen oder nur den Buchstaben tauschen. SMarTrDJ hält sich dabei an feste Grenzen:
| Lage zwischen zwei Titeln | erlaubte Blende |
|---|---|
| gleiche Kennung, ±1 auf dem Rad, A und B getauscht | jede Blende, Standard 16 Takte |
| Sprung um +2 oder +7 („Boost”) | höchstens ein bis zwei je Stunde, kurz oder als harter Schnitt |
| jeder andere Tonartwechsel | nur harter Schnitt über vier Takte, besser gar nicht erst einplanen |
| Tempounterschied ab 8 BPM | nur harter Schnitt |
| Tempounterschied 5 bis 7 BPM | harter Schnitt oder eine Blende über höchstens acht Takte |
16 Takte sind 64 Schläge. Bei 125 BPM dauert eine solche Blende rund 31 Sekunden, bei 150 BPM rund 26 Sekunden. Im Löser ist ein Tonartbruch eine hohe Strafe und keine Lücke, die später ein harter Schnitt flickt; muss doch ein Bruch sein, legt der Agent ihn bewusst ans Ende eines Kapitels.
Spielzeiten und Spannungsbogen
Ein Set von SMarTrDJ dauert rund anderthalb Stunden und hat zwischen 32 und 41 Titeln. Kein Titel läuft in voller Länge: Jeder spielt mindestens 42 Sekunden, nur ein einziger Titel darf vier Minuten ausschöpfen, im Schnitt sind es knapp drei. Der Gipfel des Sets bekommt genug Zeit, damit er wirkt, und die Titel kurz davor werden kürzer, damit sich der Druck aufbaut.
Den Bogen bestimmt der Auftrag. Einige Beispiele aus den ersten zehn Wochen:
- Mensch mit Maschine (Woche 4): erste Hälfte streng minimal, zweite Hälfte in eine neue Richtung, Bogen von 125 auf 138 BPM bis zu Till The End von NIKELODEON.
- La Vida (Woche 7): erstmals komplett Hardtechno über 138 BPM, Bogen von 138 auf 160.
- Serotnin (Woche 9): Melodic und Afro House von 118 über 138 zurück auf 122 BPM, Gipfel Seratonin von James Hype.
- POWNDING TECHNO MUSIK (Woche 10): Hardtechno von 142 auf 160 BPM um einen Anker des Inhabers, Do You Know (Where Your Teenager Is)? von D’Angello & Francis.

Was die Schlussprobe prüft
Ein Plan, in dem „gesetzt” steht, ist noch kein fertiges Set. Deshalb startet SMarTrDJ die App neu, misst alle Blenden, Einstiege und Ausstiege nach und gleicht sie mit dem Blendenplan ab. Der Abgleich trennt zwei Arten von Befunden: harte Fehler, die der Agent nachbessert, und Hinweise auf Grenzen, die Spotify selbst setzt, etwa ein Mixfenster, das nur einen bestimmten Ausstieg zulässt. Abgeliefert wird erst bei null harten Fehlern.
Meldet der Inhaber, dass ein Übergang nicht passt, misst der Agent das ganze Set neu, nicht nur die genannte Stelle. Fügt er nachträglich einen Titel ein, plant er alle Blenden danach neu, weil sich jede Blende auf ein bestimmtes Titelpaar bezieht.
Was andere Aufgaben von SMarTrDJ lernen
Das DJ-Set ist ein Beispiel für eine Arbeitsweise, die in allen Agenten von SMarTrAgents steckt:
- Messen vor Planen: Zahlen kommen aus der Quelle, nicht aus dem Gedächtnis eines Sprachmodells.
- Rechnen, wo Rechnen hilft: Die Reihenfolge löst ein Programm, das Urteil über den Bogen bleibt beim Agenten.
- Prüfen nach dem Ergebnis, nicht nach dem Protokoll: Fertig ist eine Aufgabe, wenn die Probe am echten Ergebnis grün ist.
- Mensch mit Maschine: Der Inhaber gibt Richtung und Anker vor und hört ab, der Agent erledigt die Fleißarbeit.
In der SMarTrAgents Cloud arbeiten neun Fachagenten nach diesem Muster, etwa beim Schreiben, Planen oder Prüfen; wie mehrere Agenten zusammenarbeiten, zeigt Multiagenten-Workflow: das KI-Team, und wie sie sich Vorlieben merken, erklärt Das Gedächtnis der Agenten.
Die Sets anhören
Jede Woche erscheint ein neues Set, und die Dauerliste sammelt die stärksten Titel der letzten Wochen:
- Dauerliste SMarTrDJ auf Spotify
- SMarTrDJ POWNDING TECHNO MUSIK auf Spotify
- neue Sets zuerst im Telegram-Kanal von SMarTrAgents
Für die Blenden brauchst du die Spotify-App mit eingeschaltetem Mix-Modus der Playlist.
Häufige Fragen
Was ist SMarTrDJ?
SMarTrDJ ist ein KI-Agent von SMarTrAgents, der seit dem 8. August 2026 jede Woche ein DJ-Set als Spotify-Playlist baut. Er misst Tempo und Tonart jedes Titels, rechnet die Reihenfolge aus, setzt jede Blende von Hand und prüft das Set nach einem Neustart der App.
Kann eine KI wirklich auflegen?
Ja, wenn sie misst statt rät. SMarTrDJ plant Reihenfolge, Spielzeit und Blende für jeden Übergang selbst; die Wiedergabe übernimmt die Spotify-App mit ihrem Mix-Modus. Ein Live-Auftritt mit Plattenspielern gehört bisher zu den Aufgaben eines menschlichen DJs.
Was ist das Camelot-System?
Ein Rad mit 24 Tonarten, nummeriert von 1 bis 12, mit A für Moll und B für Dur. Titel mit gleicher Kennung, mit benachbarter Zahl oder mit getauschtem Buchstaben klingen beim Übergang harmonisch.
Wie lang ist eine Blende bei SMarTrDJ?
Der Richtwert sind 16 Takte, also 64 Schläge: rund 31 Sekunden bei 125 BPM. Bei Tonartsprüngen oder großen Tempounterschieden wird die Blende kürzer oder zum harten Schnitt.
Warum misst der Agent BPM und Tonart selbst?
Weil recherchierte Werte oft falsch sind. Beim Set vom 14. August 2026 waren alle sieben recherchierten Tonarten falsch. Seitdem liest SMarTrDJ die Werte für jeden Titel aus der App.
Kann ich SMarTrDJ für mein eigenes Set buchen?
SMarTrDJ arbeitet im eigenen Betrieb von SMarTrAgents; die Sets hörst du frei auf Spotify. Die Arbeitsweise, messen, rechnen und am Ergebnis prüfen, steckt in den neun Fachagenten der SMarTrAgents Cloud, die du sieben Tage über den Testzugang ausprobieren kannst.
Neun KI-Agenten, ein Arbeitsbereich
Die Agenten schreiben Angebote, halten den Kalender und fassen das Postfach zusammen, und nichts geht raus, bevor du es freigibst.